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Warum die Ukrainer während des Krieges auf Telegram setzen

© SHUTTERSTOCK

Seit Wochen wird Russlands militärischer Angriff auf die Ukraine durch einen regelrechten Informationskrieg ergänzt. Der Kreml hat die russischen Staatsmedien propagiert und versucht auch online, die Berichterstattung zu kontrollieren.

Wir haben ein Bombardement von „gefälschten Inhalten“ erlebt – einschließlich gefälschter Nachrichten und gefälschter Videos – während die Ukrainer und der Rest der Welt verzweifelt nach Wegen gesucht haben, die wahre Geschichte der Invasion zu erzählen.

Die Instant-Messaging-App Telegram hat sich dabei als einer der wichtigsten Kanäle herauskristallisiert, über den dies geschehen kann. Aber was hat es mit Telegram auf sich, dass sich Millionen inmitten des Chaos darauf stürzen?

Telegram ist eine der beliebtesten sozialen Apps in der Ukraine und in Russland, und das schon vor dem Beginn der Invasion. Es handelt sich um eine kostenlose Cloud-basierte App, mit der Nutzer Nachrichten, Anrufe, Fotos, Videos, Audio- und andere Dateien senden und empfangen können.

Die Plattform wurde 2013 von dem in Russland geborenen Tech-Unternehmer Pawel Durow gegründet, der bereits mehrfach mit dem zunehmend autoritären russischen Staat aneinandergeraten ist.

Jetzt sorgt Telegram für etwas Klarheit in einem nebligen Umfeld von (meist russischen) Desinformationen. Es war sogar eine Anlaufstelle für den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy.

Telegram verfügt über mehrere wichtige Funktionen, die es zu einer attraktiven Option für die Kommunikation im Zusammenhang mit dem Krieg machen.

Es ermöglicht öffentliche und private Gruppen mit bis zu 200.000 Nutzern (in denen Einzelpersonen Nachrichten senden und interagieren können) sowie Kanäle (die eine einseitige Übertragung an Kanalabonnenten ermöglichen).

Über diese Gruppen und Kanäle können Organisationen Hunderttausende von Menschen mit Nachrichten und Audio-/Video-Livestreams erreichen – alles wird verschlüsselt und in der Telegram-„Wolke“ gespeichert.

Während jedoch sowohl die öffentliche als auch die private Kommunikation auf Telegram verschlüsselt ist, ist die Standardverschlüsselung keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sondern erfolgt auf einer Client/Server-Basis.

Die Daten werden (wenn auch in verschlüsselter Form) in der Cloud gespeichert und auf mehrere Datenzentren in der ganzen Welt verteilt. Diese Zentren werden von juristischen Personen in verschiedenen Rechtsordnungen kontrolliert und unterliegen den Gesetzen dieser Rechtsordnungen. Diese Daten könnten entschlüsselt werden, obwohl dies schwierig wäre.

Telegram bietet jedoch eine weitere Sicherheitsebene durch seine „Geheimchat“-Funktion. Wenn diese Funktion aktiviert ist, wird die Kommunikation zwischen zwei Benutzern Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Diese Daten werden nirgendwo anders als auf dem Gerät des Senders und des Empfängers gespeichert. Nicht einmal Telegram kann auf sie zugreifen. Benutzer können auch einen Selbstzerstörungs-Timer für geheime Chats einstellen. Sobald der Timer abgelaufen ist, verschwindet die Kommunikation für immer.

Telegram behauptet, noch sicherer zu sein als ähnliche Apps wie WhatsApp und Line.

Eine Funktion, die sich von WhatsApp unterscheidet, ist die anonyme Weiterleitung. Wenn diese Funktion aktiviert ist, kann jede Nachricht, die ein Nutzer weiterleitet, nicht mehr zu ihm zurückverfolgt werden. Die Nachricht enthält den Anzeigenamen in einfachem, unverlinktem Text, aber dieser Anzeigename kann leicht geändert oder gelöscht werden.

Auch wenn Benutzer eine Telefonnummer benötigen, um ein Telegram-Konto zu erstellen, muss die Nummer nicht mit dem Konto verknüpft bleiben.

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