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China geht hart gegen Big Tech vor – hier kommen die Gründe

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In den letzten Wochen hat die chinesische Regierung ihr Vorgehen gegen große Technologieunternehmen verschärft. Die Giganten haben alle die Last der verschärften behördlichen Kontrolle zu spüren bekommen.

Ende letzten Jahres scheiterte die Ant Group (Eigentümerin der Zahlungsplattform AliPay) am Börsengang. Die chinesischen Aufsichtsbehörden begründeten dies mit der mangelnden Einhaltung neuer Fintech-Vorschriften, die eine Woche nach der öffentlichen Kritik des Firmengründers Jack Ma am bestehenden Regulierungssystem abrupt eingeführt worden waren.

Seitdem geht die kalkulierte Kontrolle der größten chinesischen Technologieunternehmen durch die Regierung unvermindert weiter und gipfelte im vergangenen Monat in mehreren öffentlichkeitswirksamen Fällen. Zwei der größten chinesischen E-Commerce-Plattformen, Taobao und Pinduoduo, wurden letzte Woche wegen der Veröffentlichung gefälschter Produktinspektionsberichte durch Online-Händler zur Verantwortung gezogen.

Meituan, Chinas größte Plattform für Essenslieferungen, ist seit April Gegenstand einer kartellrechtlichen Untersuchung.

Auch Social-Media-Plattformen bleiben nicht verschont. Die beliebte Plattform Xiaohongshu (was übersetzt „Kleines Rotes Buch“ bedeutet) wurde von den Aufsichtsbehörden unter die Lupe genommen, weil sie „Wohlstandsschwindeleien“ ermöglichte.

Aber diese Praktiken gibt es schon seit einiger Zeit. Was steckt also hinter der plötzlichen Drosselung durch die Regierung? Und angesichts der wirtschaftlichen Vorteile, die diese Unternehmen für China bringen, schießt sich die Regierung selbst ins Bein, oder sind andere Kräfte im Spiel?

Früher war es eine Quelle großen nationalen Stolzes, wenn ein chinesisches Technologieunternehmen an einer ausländischen Börse notiert wurde. Am 30. Juni dieses Jahres hat DiDi – Chinas Version von Uber, die weltweit und in Australien tätig ist – genau das geschafft. Das Unternehmen debütierte an der New Yorker Börse zu einem Preis von 14 US-Dollar pro Aktie.

Der Börsengang brachte 4,4 Milliarden US-Dollar ein und bewertete das Unternehmen mit 68 Milliarden US-Dollar, was es zum zweitgrößten US-Börsengang eines chinesischen Unternehmens nach Alibaba machte. Nur wenige Tage nach dem phänomenalen Erfolg wurde DiDi jedoch zusammen mit 25 anderen Apps, die mit dem Unternehmen in Verbindung stehen, abrupt aus den chinesischen App-Stores entfernt.

Von einem Höchststand von mehr als 16 US-Dollar pro Aktie haben die DiDi-Aktien bis heute ein Drittel ihres Wertes verloren. Das Unternehmen ist nun Gegenstand einer Sammelklage von Anlegern, die sich an seinem Börsengang beteiligt hatten, weil es seine laufenden rechtlichen Probleme im Zusammenhang mit der Einhaltung der chinesischen Datensicherheitsvorschriften nicht offengelegt hat.

Die chinesische Cyberspace-Verwaltung wirft DiDi schwere Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften bei der Sammlung und Nutzung persönlicher Daten vor, wie die Global Times berichtet. DiDi ist jedoch bereits seit mehr als neun Jahren auf dem chinesischen Markt vertreten, so dass diese Probleme sicherlich schon früher hätten auftauchen müssen.

Analysten vermuten, dass die chinesische Regierung eher besorgt ist, dass die Daten von DiDi – einem Unternehmen, das rund 90 % der Taxi- und Mitfahrdienste in China betreibt – nach der Notierung an der US-Börse in die Hände der US-Regierung gelangen könnten.

Diese Daten könnten dazu verwendet werden, detaillierte Reiseprotokolle chinesischer Bürger zu erstellen, was natürlich Auswirkungen auf die nationale Sicherheit hätte. Diese Sorge mag berechtigt sein, da die US-Regierungsbehörden routinemäßig Daten selbst von einheimischen Technologieunternehmen anfordern.

Die Unternehmen haben das Recht, solche Anfragen anzufechten. Aber das liegt natürlich im Ermessen des Unternehmens, und das Fehlen einer direkten Kontrolle ist etwas, das die chinesische Regierung traditionell scheut.

Die Auswirkungen der regulatorischen Probleme von DiDi haben sich weiter verbreitet, da auch andere in den USA börsennotierte Technologieunternehmen verstärkt unter die Lupe genommen wurden, was darauf hindeutet, dass regulatorische Reformen anstehen könnten.

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