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Häusliche Gewalttäter setzen alltägliche Technik als Waffe ein

© SHUTTERSTOCK

Täter, die häusliche Gewalt ausüben, nutzen zunehmend digitale Werkzeuge, um ihre Opfer zu zwingen und zu kontrollieren. Wenn es in einer Beziehung zu Missbrauch kommt, spielt auch die Technologie eine Rolle bei der Art und Weise, wie dieser Missbrauch durchgeführt wird. Die Polizeibehörden erwarten dies, wenn sie auf Fälle von häuslicher Gewalt reagieren.

Dieser technologische Missbrauch wird mit alltäglichen Hilfsmitteln betrieben, von intelligenten Geräten über Online-Plattformen bis hin zu Mobiltelefon-Apps. Und die Informationen darüber, wo sie zu finden sind und wie sie zu nutzen sind, sind online leicht zugänglich, oft über eine einfache Google-Suche.

Um das Ausmaß dieses Problems zu verstehen, haben wir im Auftrag der britischen Regierung eine umfassende Studie durchgeführt. Wir haben 146 Fälle von häuslicher Gewalt untersucht, über die in britischen und internationalen Medien berichtet wurde, und haben ausführliche Interviews mit Mitarbeitern von Hilfsorganisationen und Polizeibeamten in England geführt.

Wir fanden heraus, dass Täter oft physischen Zugriff auf die Geräte ihrer Partner haben und sie zur Überwachung, Belästigung und Demütigung einsetzen. Die Täter können ihre Opfer dazu zwingen, Passwörter, PIN-Codes oder Lesezeichen preiszugeben, um sich Zugang zu ihren Geräten zu verschaffen, damit sie Software installieren können – und das alles ohne ausgefeiltes technisches Wissen.

Geolokalisierungssoftware und andere Überwachungsspionageprogramme bieten den Tätern neue Möglichkeiten, die Bewegungen ihrer Opfer zu überwachen und zu verfolgen. In unserer Studie fanden wir Hunderte von Online-Tools, die für diese Zwecke verwendet werden können.

Einige Apps sind ein Hinweis auf die Möglichkeit der versteckten Überwachung. Eine Umfrage ergab, dass die Nutzung von Spyware- und „Stalkerware“-Apps seit Beginn der Pandemie um 93 % zugenommen hat.

Wir haben auch festgestellt, dass es Tracking-Apps gibt, die für legitime Zwecke entwickelt wurden, z. B. zum Schutz von Kindern oder zum Diebstahlschutz, und die auf ebenso legitimen Websites und in App-Stores weit verbreitet sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Apps genutzt werden, um einen Partner (oder Ex-Partner) auszuspionieren oder zu stalken. In Studien werden sie nun als Dual-Use-Apps bezeichnet.

Ähnliche Bedenken wurden in Bezug auf verdeckte Überwachungsgeräte und intelligente Technologien wie die AirTags von Apple geäußert. Diese kleinen Bluetooth-Geräte sind dafür gedacht, mit Ortungs-Apps gekoppelt zu werden, um verlorene Gegenstände, wie z. B. Autoschlüssel, wiederzufinden. Aber Stalker haben sie Berichten zufolge auch ausgenutzt.

Es sind nicht nur intelligente Geräte, die für den Zugriff auf persönliche Daten genutzt werden. Intelligente Schlösser, Thermostate, vernetzte Fernseh- und Soundsysteme sowie Sicherheitsüberwachungsgeräte werden ebenfalls genutzt, um Opfer zu kontrollieren und zu verängstigen – um ihre Bewegungen und jeden Besuch, den sie bekommen, zu überwachen.

Wenn ein Täter Zugang zu Cloud-basierten Sprachdiensten hat, kann er außerdem auf vergangene Gespräche, Bestellinformationen und andere Daten zugreifen, die ihm Einblicke in die Pläne eines Opfers geben, möglicherweise sogar, wenn es vorhat zu gehen.

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